Sieben Leben

Sieben Leben US Kinoplakat

Um kurz nach 19Uhr ging gestern Abend mein Handy, dran waren zwei Arbeitskollegen die noch Spontan ins Kino wollten, da war ich natürlich dabei. Es ging in den neuen Will Smith Film, Sieben Leben oder Seven Pounds, wie er im Original heißt. Nun stehe ich vor der Aufgabe einen Film zu reviewen, den man durch die kleinsten Fehler gnadenlos spoilern kann und ihn so, mehr als nur uninteressant für den Zuschauer zu machen. Doch ich versuche mich einmal langsam vor zu tasten.

Ben Thomas (Will Smith) ist kein normaler Mann, das wird recht schnell klar. Es umgibt ihn ein Geheimnis, aber eines, dass er unter keinen Umständen preis geben will. Als Geldeintreiber vom Finanzamt interessiert er sich wesentlich mehr für seine „Kunden“, als es normal wäre. So ist er nicht nur aller bestens über ihre Gesundheitslage informiert, sondern kennt auch noch viele andere Vorlieben oder Eigenschaften dieser Personen. Seine immer freundliche aber sehr bestimmte Art kann einem Zeitweise sogar unangenehm werden. Dann wiederum bekommt Ben krasse Ausraster, bei denen er Menschen nicht nur physisch sondern auch seelischen Schmerz zufügt. Zu letzt wäre dann da auch noch Emily (Rosario Dawson), die eine herzkranke Patientin spielt. Sie scheint sich in Ben zu verlieben und dieser hat anscheinend auch Gefühle für sie, doch irgendetwas hält ihn immer und immer wieder zurück.

Alles in allem Spielt Will Smith die Rolle des Ben solide, wie nicht anders von ihm gewohnt und auch Rosario Dawson überzeugt. Jedoch wird man zu Beginn des Films zu lange allein gelassen. Man bekommt immer wieder neue Eindrücke zu sehen, mit denen man nichts anfangen kann. Versucht man diese dann in einen halbwegs sinnvollen Kontext zu bringen, scheint es so, als ob wieder alles durcheinander gewürfelt werden würde. Ab etwa der Hälfte des Films dürfte aber dann klar werden, worum es ihm wirklich geht, auch wenn das komplette Ausmaß erst zum Ende hin aufgelöst wird. Ab diesem Zeitpunkt wird der Film zur reinsten Tortur. Die Ahnungslosigkeit des Zuschauers fehlt, der Film geht aber weiter so mit ihm um, als wüsste er von nichts.

Gabriele Muccino, der bereits bei „Das Streben nach Glück“ die Regie führte versucht in diesem Film zu wenig Inhalt auf zu viel Zeit zu verteilen. Zu viel Moral, zu wenig Entfaltung der Geschichte und zu wenig Dynamik lassen Sieben Leben nun als eine komische Mischung aus toller Idee mit Arthaus Charakter und zu schnell und unbedachter Hollywood Umsetzung da stehen. Ein Film der sicherlich seine Liebhaber findet, jedoch gerade für den typischen Will Smith Fan eine herbe Enttäuschung sein wird.

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