Lady Gaga

Lady GagaJa ja, es ist schon ein wenig her, aber meinen super ellenlangen Beitrag dazu, hab ich dank altem Host ja leider verloren. Also setz ich mich nun noch einmal daran und schaue mal, was ich da so zusammen schreiben kann. 😉

Wem Lady Gaga jetzt kein Begriff ist, muss sich nicht schämen, bin ich doch hin und wieder dafür bekannt einfach auch den „Schund“ aus den hiesigen Charts zu hören. Mit Liedern wie „Just Dance“ oder „Pokerface“ landete das nicht mal 1,60m große, blonde Ding aber zwei riesen Erfolge, die auch Menschen, die irgendwie mit Medien wie Radio, TV oder auch dem Internet in Berührung kommen, zumindest beiläufig ein Begriff sein sollte. Wer jetzt immer noch nichts damit anfangen kann, kann ja mal bei You Tube in die Lieder der 23 jährigen Kalifornierin reinhören.

Nun, warum schreibe ich über diesen musikalischen „Abschaum“? Ganz einfach, weil Lady Gaga echt gute Musik macht. Es ist seichter Pop der nicht den Anspruch hat, in irgendeiner Weise Tiefgründig zu sein. Sex, Drugs & Pop’n’Roll ist hier das Zauberwort. Die ein oder andere ruhigere Nummer, um nicht schon zu sagen Ballade findet sich auf dem Album „The Fame“ zwar auch, aber im großen und ganzen ist es Musik für gute Laune. Ich persönlich höre das Album gerne nebenbei, wenn ich mit irgendwas anderem beschäftigt bin und einfach ne flotte Begleitung brauche. Beim Sport passt diese Musik auch wunderbar und ist da komplett, sogar mit den ruhigeren Stücken, in meine Playlist aufgenommen worden.

Nun am 17.07.2009 spielte Madame Gaga Live in Köln. Also fuhr ich mein zwei meiner Arbeitskollegen, der Freundin von einem der beiden, sowie meiner Schwester an diesem Freitag in die Schanzenstraße 40 nach Köln, Ortskundige wissen nun schon, wo die Reise hin ging, nein nicht ins E-Werk, sondern ins Palladium. Ein recht kleines Etablissement um es mal förmlich auszudrücken. Wobei es vom Raum her mehr Platz bot, als das Gebäude 9, ebenfalls in Köln, wo ich ende 2008 die japanische Band „Maximum the Hormone“ live erleben durfte. Ins Palladium passen laut eigenen Angaben ca. 4.000 Leute, das kann auch in etwa hin kommen, zumindest war das Konzert ausverkauft und in den vorderen Reihen tottreten angesagt.

Aber bevor wie die selbst ernannte Lady in voller Pracht erleben durften hatten wir noch einige Hürden zu überstehen, zum einen wäre da eine ca. 600m lange Warteschlange vor dem Eingang gewesen. Wir hatten zunächst die clevere Idee einfach zu warten, bis das Ende der Schlange uns entgegen gekommen wäre, jedoch hatte die Security etwas dagegen. Im nachhinein war das auch besser so, denn die Schlange wuchs auch nach uns immer noch an. Die Wartezeit ging dann aber recht schnell rum, so standen wir maximal 10 Minuten in selbiger.

Im Palladium selbst angekommen hatten wir schon mit der nächsten Warteschlange zu kämpfen, die vor der Toilette. Bei den Herren ging es noch, man musste sich nur einmal zwischen den ganzen Mädels durch kämpfen. Diese wurden dann auch kurzerhand mit aufs Herrenklo geroutet, damit das ganze etwas schneller von statten ging. Raus aus dem Klo und rein in die Halle.

Da standen wir nun und warteten der Dinge die da kamen. Die erste Vorband mit dem Namen „Hyper Crush“ betrat die Bühne und machte schon mal richtig Lärm. Mit einer Mischung aus 80er Synthesizer und modernem Hip Hop versuchte das Trio aus den Staaten das Publikum für sich zu gewinnen. Bei dem Versuch blieb es dann aber auch. Der Sound war Miserabel und machte einfach keinen Spaß zu zuhören. Die Sängerin mit den Namen Holly versuchte zudem einen auf dunkel haarige Lady Gaga zu machen, immerhin war sie auch in etwa so angezogen, wie man das von eben dieser erwarten könnte. Als die Band dann endlich verschwunden war kam aber noch nicht der Haupt-Act auf die Bühne, sondern die zweite Vorband. Naja eigentlich handelt es sich bei „Gary Go“ um einen Solo-Künstler und keine Band, tut aber nicht viel zur Sache. Gary Go spielte etwas ruhigere Musik, irgendwas in die Richtung Alternative-Rock würde ich mal ins blaue hinein raten.

Nach einer weiteren kurzen Pause ging es dann endlich los oder auch nicht. Es viel ein weißes Tuch von der Decke und ein Bild von der Künstlerin, deren Auftritt wir doch alle erwartet hatten wurde an eben dieses projiziert. Nach 10 weiteren Minuten ging es dann aber los, mit einem Video. „Who shot Candy Warhol?“, die Akustik bei den Videos war leider sehr miserabel, was vielleicht auch an unseren Plätzen recht weit hinten in der Halle gelegen haben kann, aber inhaltlich kam da leider nicht viel rüber. Dann ging es aber auch endlich los. Lady Gaga betrat die Bühne und machte mit einer recht imposanten Bühnenshow erstmal richtig Stimmung. Die Lieder waren vom Album ja schon bekannt und so gab es auch keinerlei Probleme, zumindest für mich, einfach mit zu grölen. Die Stimmung war also zu Beginn noch sehr gut.

Ja genau, noch! Es gab da einige Aspekte, die das ganze dann doch sehr getrübt haben. Miss Gaga scheint schon etwas durch zu sein, denn die gute hielt es für angemessen, bei einem Eintrittspreis von 33,00€ gerade mal 67 Minuten zu spielen. Das war aber nicht mal Netto gerechnet, denn die ganzen Kostümwechsel zwischendurch und Videos, die sich wie ein roter Faden durch das Konzert zogen, brauchten auch ihre Zeit. Zudem gab es eine A Cappella Version von Pokerface, die die blonde Hupfdohle selber nur mit einem Klavier begleitete. Diese Version ging aber schon ca. 8 Minuten, halt extrem viel künstlerischer Freiraum, den Sie sich da genommen hat. Andere Lieder des Albums wurden dann aber einfach gar nicht oder nur kurz angespielt. Das war im übrigen auch mal die einzige Version, bei der sie auf Playback verzichtet hat. Ab und an fuchtelte sie nämlich lieber irgendwo mit ihren Händen rum, hielt das Mikro aber nicht an den Mund, dennoch hörte man komischerweise aber immer noch den Gesang. Machte natürlich auch die Band im Hintergrund etwas überflüssig. Aber wenigstens hat sowohl die Band als auch Lady Gaga selbst nicht auf Vollplayback gesetzt, so hat man schon einen Unterschied raus gehört, ob das ganze gerade Live war oder nur aus der Konserve kam. Aber noch mal zum Hauptkritikpunkt, nach 67 Minuten war einfach Schluss. Keine Zugabe, nichts, Licht an und die Security war auch schon damit beschäftigt das Publikum raus zu karren, na sehr toll.

Abschließend kann man sagen, so gut ich das Album auch finde und ich würde es für mich qualitativ als das Pop-Album des Jahres beschreiben, zumindest bis jetzt, so schlecht war doch die Live Show. Also hört euch das ganze doch selber mal an, aber spart euer Geld lieber für ein besseres Konzert, live lohnt es sich einfach nicht. Vielleicht wird die kleine blonde auch noch mal erwachsen, verzichtet auf zig Kleider wechsel, singt noch mehr Live und ohne Playback, denn das kann sie und gibt dann nach einer regulären Spielzeit von mindestens 1 1/2 bis 2 Stunden auch noch eine Zugabe. Sollte das jemals der Fall werden, werde ich mir Lady Gaga auch noch mal in echt anschauen und anhören, solange fahre ich aber mit der Konserve wesentlich besser.

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