Alice im Wunderland

Filmplakat 2010
Alice im Wunderland 2010
Am vergangenen Wochenende war ich wieder einmal Daheim, dieses Mal aber mit ganz besonderem Besuch. Meine Tante und meine Cousine vom Bodensee waren da. Vielmehr sind die beiden nach Dortmund gefahren um meine Oma mal für ein paar Wochen zu entführen und mich haben die beiden auf dem Hinweg direkt mitgenommen. Am Freitagabend waren wir dann noch im Kino. Die Karten hatte ich bereits im Vorfeld organisiert, hierbei auch noch einen Dank an meine Schwester, die die Karten schon am Donnerstag abgeholt hat, so mussten wir uns abends nicht so abhetzen. So saßen wir dann später zu viert im Kino. Meine Schwester, mein Bruder, meine Cousine und ich waren relativ gespannt auf den Film, alle aus mehr oder weniger unterschiedlichen Beweggründen.

Meine Schwester, weil sie ein riesiger Johnny Depp-Fan ist, mein Bruder, weil er Tim Burton Filme grandios findet, meine Cousine, weil sie einfach auf Alice im Wunderland steht und ich, ja ich weil ich Tim Burton eigentlich nicht zu meinen Lieblingsregisseur zählen würde. Er hat zwar mit Batman und Batmans Rückkehr zwei sehr gute Fledermaus-Filme abgeliefert, aber Streifen wie Edward mit den Scherenhänden oder auch Charlie und die Schokoladenfabrik gehören bei mir schon zu der Kategorie „Hass-Filme“.

Da ich den Zeichentrick Alice nur einmal, irgendwann im Alter von 8-10, gesehen habe wusste ich von der Story nicht mehr allzu viel und war auf ein zeitgemäßes Remake gespannt. Der Einstieg in den Film war echt super, schon das Ambiente zu Beginn des Films zieht einen in den Bann und erleichtert es extrem in die neue Welt einzutauchen. Die Schauspieler sind nahezu ausnahmslos echte Hochkaräter, vorne an natürlich Johnny Depp, sowie Anne Hathaway, Helen Carter und Alan Rickman reihen sich in die Riege der Darsteller mit ein. Für mich noch völlig unbekannt war dafür die Hauptdarstellerin in diesem Film, Mia Wasikowska, die zwar recht unscheinbar wirkt, aber die Rolle einfach hervorragen spielt.

Von den Effekten her wurde ja ein bisher nie gesehenes Feuerwerk an Computeranimation versprochen, insbesondere in der Konstellation 3D. Da ich hier Avatar als momentane Referenz heranziehen will und muss, komme ich um einen Direktvergleich nicht umher. Bei Avatar als auch bei Alice hatte ich nie das Gefühl einen teilweise gerenderten Film zu sehen, alles wirkte wie aus einem Guss und in sich authentisch. Der Tiefeneffekt war meiner Meinung nach bei Avatar etwas besser, aber von den restlichen Effekten und dem Spiel mit 3D lagen die beiden Filme wirklich gleich auf. Dafür dass Avatar ja auch eben voll darauf konzipiert war mit 3D zu glänzen, wirkt es bei Alice einzig und allein so, als ob es eine super Dreingabe, aber kein Muss wäre. Ich würde den Film dennoch in 3D empfehlen, denn so wirkt das ganze einfach plastischer und wundervoller.

Kurz möchte ich auch den von Danny Elfman produzierten Soundtrack erwähnen, dieser trägt einfach enorm zu der magischen und düsteren Stimmung bei und ist ein echter Gewinn für den Film. Einzig und allein der Song während den Credits passte nicht so ins Gesamtbild.

Nun aber zurück zur Story, wie erwähnt freute ich mich auf ein gutes, zeitgemäßes Remake und in diesem Punkt wurde ich völlig enttäuscht. Denn anstatt die Story des alten Zeichentricks neu zu erzählen wurde doch einfach dreist das Sequel präsentiert. Dies wurde aber so gut verpackt, dass man das, als jemand der das Disney „Original“ oder die Bücher nicht kennt, erst gegen Ende des Filmes gemerkt hat. Zuvor dachten wir alle, es sei halt eine sehr abgewandelte Version, die vielleicht sogar näher an der Romanvorlage lag. Dem war letztendlich nicht so. Ich bin dennoch hellauf begeistert und kann jedem den Film nur ans Herz legen, wem der alte Alice Streifen jedoch nicht mehr allzu präsent sein sollte, sollte sich den vielleicht vorher noch einmal anschauen oder aber die Bücher lesen. Wobei ich gerade bei denen nicht sagen kann, wie diese sind, denn ich hab sie einfach nicht gelesen. 😉

Ums kurz zu machen, schaut euch den Film an, genießt die Effekte, das hervorragende Schauspiel und das unheimlich verzaubernde Flair des Films.

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