Real Life 2010

Hach lang, lang ists her. NCON9 ist der letzte Eintrag, die war im Mai, sprich mal wieder über einen kompletten Monat kein Update nach geschoben. Ne gute Entschuldigung dafür? Hab ich nicht wirklich. Ich habe einfach weniger Zeit im Internet verbracht als ichs sonst getan hab. Ich habe sogar in den letzten 4 Wochen mehr Party gemacht, als teilweise im gesamten letzten Jahr zusammen.

Ja woran das liegt? Ich hab hier in Frankfurt endlich Anschluss gefunden und das nicht zu zaghaft, sondern von jetzt auf gleich nen ganzen Trupp. Ich war am 18.06.2010 mit Daniela, einer mittlerweile guten Freundin von mir, die ich aus dem Studi kenne, bei einem Treffen der „Singles in Frankfurt“. Es war der Tag an dem Deutschland mit einem Mann weniger 0:1 gegen Serbien verlor. Es war aber auch der Tag, an dem England 0:0 gegen Algerien spielte. Ihr merkt schon, die WM hat mich dann doch auch mal wieder in ihren Bann ziehen können. 😉

Das soll aber gerade gar nicht so wirklich das Thema sein. An besagtem Abend schleppte Daniela mich also mal mit zu den Singles aus Frankfurt. Ich war zuvor schon völlig aufgelöst, am zittern und mir war der Blutdruck bis in den Keller gerutscht, ich war einfach völlig aufgeregt. Neue Menschen kennen lernen, keine Ahnung zu haben, auf wen man da so trifft und wie man selbst so wahrgenommen wird war für mich schon immer ein Grund zur Unbehaglichkeit. So schlimm wie diesen Abend war es aber schon ewig nicht mehr.

Im Nachhinein betrachtet war es völlig unnötig, aber ich denke da haben noch zwei weitere Faktoren ganz gehörig mit zu gespielt. Die Location, bzw. die komplette Umgebung Frankfurt. Ich kenne mich hier einfach nicht aus und erst recht kannte ich das o’reilly’s am Hauptbahnhof nicht. Ein Splinter Cell Agent wie Sam Fisher bekommt vor einer Mission einen genauen Lageplan, 3D Gitternetz, Fluchtwege, mögliche Sensoren und vieles mehr. Nur in den seltensten Fällen hat die NSA keine Informationen für ihn. Gut ich bin kein NSA Geheimagent und das war auch keine Mission, in der es um das Wohl einer Nation ging, aber um meines und ich hab mich einfach nur verdammt schlecht vorbereitet gefühlt.

Der andere Grund, der auch nicht außer Acht zu lassen ist, war die Tatsache, dass Karaoke-Abend war. Ich, ein leidenschaftlicher und bekennender SingStar-Spieler hatte aber noch nie vor fremden Menschen meinen Auftritt. Nun das stimmt so zwar nicht ganz, so hatte ich einige Auftritte mit unserem Gospel-Chor und sogar ein SingStar-Duell auf der Games Convention 2006, damals noch in Leipzig, vor einem kleineren Publikum. Das war aber in dem Moment alles wie vergessen und selbst wenn eine ganz andere Situation.

Dennoch habe ich mich auf den Weg gemacht und einen der besten Abende dieses Jahr gehabt und einige, neue, wirklich gute Leute kennen gelernt. Es wurde Fußball geguckt, Kilkenny und Guiness getrunken, Karaoke gesungen und zum Schluss wurde aus dem Pub eine Disco. Der Abend ging über die Nacht bis zum Morgen und mit der ersten möglichen S-Bahn dann wieder nach Hause. Mit den meisten Leuten dieses Abends habe ich mich seit dem öfters getroffen, es kommen auch immer wieder, für mich, neue Gesichter dazu, mit denen es sich sicher lohnt in Kontakt zu bleiben.

So feierte ich auch am 24.06.2010 mit einigen dieser doch leicht bekloppten Leute „1/2 Weihnachten“ mit Schal, Mütze, Glühwein, Weihnachtsgebäck und Weihnachtsbaum bei über 30°C am Main, sowie die meisten unserer Siege bei der diesjährigen Fußball Weltmeisterschaft. Alles in allem sitze ich momentan fast nur noch auf der Arbeit am PC, da ich meistens erst recht spät zu Hause bin. Wenn ich dann doch mal Abends allein in meiner Bude hocke und im Netz unterwegs bin, unterhalte ich mich mit meinen Freunden aus der Heimat und meinen neuen Leuten hier. Ich kam in den letzten Wochen nicht einmal zum zocken und habe auch kaum Filme gesehen.

Ich gelobe für die Zukunft zwar wie immer Besserung und hoffe, dass ihr mir das mal durchgehen lassen könnt, denn mein neues „Real Life“ gefällt mir momentan ganz gut. 🙂

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