Harry Potter – Das große Fazit

It all ends

Wie versprochen zum Ausklang der Woche meine empirisch von mir verfasste Dissertation zum Thema Harry Potter. Nein keine Angst ich möchte hier keinen auf Dr. von Copy and Paste Guttenberg machen und euch auch nicht mit irgendwelchen rein wissenschaftlichen Thesen zum Thema heranwachsende Magier und ihr Einfluss auf Kinder und Jugendliche der heutigen Zeit voll quatschen. Hier geht es heute um Harry Potter die Jahre 1-7.

Wer meinen Blog schon etwas länger mit verfolgt wird wissen, dass ich vor knapp zwei Jahren in der großen Harry Potter Nacht im Cinestar Dortmund war. Dieses Jahr gab es wieder eine solche Nacht, viel mehr war es ein Tag, denn mit einem gesamten Zeitplan von sage und schreibe 25h ist das wohl mit der härteste Kino-Marathon, den man sich antun kann. Leider war ich nicht dabei. Da ich keinen Urlaub bekommen habe, musste ich mich mit mit dem Double Feature von Harry Potter und die Heiligtümer des Todes im Cinestar Metropolis in Frankfurt zufrieden geben.

Im Gegensatz zum Zeitpunkt, als ich den Halbblutprinzen im Kino gesehen habe, habe ich nun auch alle Bücher gelesen. Das ganze hat mich ein gutes halbes Jahr beschäftigt, mal mehr, mal weniger erfolgreich. Während ich die Bände 1-3 in insgesamt gerade mal zwei Wochen durch hatte, habe ich für den 4. und 5. Band ganze drei Monate gebraucht. Diese Bücher konnten mich einfach nicht fesseln. Daher habe ich nach dem 5. Buch auch erst mal eine sechswöchige Pause eingelegt und dann erst mit dem 6. weiter gemacht. Diesen als auch den 7. Habe ich dann wiederum in weniger als zwei Wochen verschlungen.

Insgesamt sind die Bücher gesehen wirklich mehr als nur einen Blick wert, sie bieten viel mehr Inhalt als die Filme und lassen einige Zusammenhänge wesentlich deutlicher erscheinen, als die teilweise arg zerstückelten Filme. Für die meisten sicherlich nichts neues, aber es gibt doch immer noch den einen oder anderen, der es bisher geschafft hat, die Bücher zu ignorieren. Dennoch will ich auch nicht verschweigen, warum mich der der Feuerkelch und der Order des Phönix und Buchform so gequält haben.

In erster Linie lag dies wohl daran, dass ich die Filme als mein Basis-Material hatte. So zog ich beim lesen immer wieder den Vergleich zum Film, stellte mir die Orte und Charaktere nicht vor wie im Buch beschrieben, sondern so wie ich sie aus den Filmen kannte. Im 4. und 5. Band der Potter Reihe wird in den Verfilmungen nicht nur hier und da etwas geändert, nein, es werden ganze Kapitel gestrichen. Komplette Abhandlungen außen vor gelassen oder durch Veränderungen völlig anders dargestellt. In meinen Augen war zu dem Zeitpunkt, als ich die Bücher gelesen habe dieser zusätzliche Inhalt völlig belanglos. Viel mehr hatte ich das Gefühl, dass Frau Rowling da einfach keine Ideen hatte, wie man die Story hätte voran bringen sollen. Deswegen hat sie einfach mal Lückenfüller wild drauf los geschrieben. Im Film waren viele dieser Abschnitte einfach nicht vorhanden, sie wurden nicht mal per Randnotiz bemerkt, daher hielt ich diese beim lesen auch einfach für unwichtiges Beiwerk.

Der Halbblut-Prinz, der bei mir als Film damals schon mächtig kritisiert worden war, hatte den enormen Vorteil, dass ich ihn seit der Premiere nicht mehr gesehen habe und mich auch nicht mehr wirklich daran erinnern konnte, was denn da so alles passiert ist. Ich wusste zwar noch, dass ich den Film miserabel fand, gab dem Buch allerdings, so objektiv wie mir nur möglich, die Chance gut zu sein. Dieses Vertrauen wurde letztendlich auch belohnt, denn das was im Film geboten wird und im Buch passiert sind, bis auf die ganz groben Rahmenbedingungen, zwei Paar Schuhe.

Nun knappe drei Wochen vor Kinostart des letzten Harry Potter-Streifens habe ich auch das letzte Buch beendet. Dementsprechend aktuell und genau waren zum einen meine Erinnerungen an das Buch als ich den Film sah und zum anderen auch meine Erwartungen. War der Halbblut-Prinz nahezu ein Desaster durfte der letzte Teil einfach nicht so sang und klanglos beendet werden. Nebenbei sei noch erwähnt, dass ich die Heiligtümer des Todes Teil 1 bis zum Double Feature auch noch nicht gesehen hatte, daher sehe ich das ganze für mich auch als einen und nicht als zwei Filme. Wie gesagt, mit großer Hoffnung, aber eher geringer Erwartung ging ich nun am letzten Dienstag ins Kino und ich wurde nicht enttäuscht.

Die Heiligtümer des Todes Teil 1 versuchten so gut es ging alles aufzugreifen, was auch noch im Ansatz wichtig gewesen ist. Charaktere oder Geschehnisse, die in den vergangenen Filmen einfach mal ignoriert wurden, jedoch spätestens jetzt wichtig waren, wurden so gut es ging eingebaut. Dass hierfür leider die ein oder andere Änderung im Vergleich zu den Büchern stattfinden musste ist klar. Den belesenen Potter Fans dürften diese Änderungen natürlich sofort aufgefallen sein, jedoch ist es in diesem Fall ja nicht so, dass einfach etwas weg gelassen oder hinzugedichtet wurde, sondern dass nun Fehler der Vorgeschichte wieder ausgebessert werden mussten um den letzten Teil noch so nah wie möglich am Original zu halten. Ich möchte hier und jetzt nicht auf Einzelheiten und Details eingehen, da es zum einen viele sind und zum anderen, jeder erst einmal die Möglichkeit haben sollte sich den Film selber anzuschauen.

Der zweite Teil und somit der 8. Film kümmert sich nahezu ausschließlich um das große Finale. Es werde zu Beginn noch einmal hier und da ein paar Kleinigkeiten erläutert und dann geht es auch schon fast los. Zum Schluss hat man wieder mal ein paar Kleinigkeiten verkürzt dargestellt, was mich im Nachhinein etwas geärgert hat. Dies lag daran, dass man, wenn man denn gewollt hätte, den epischen Kampf im Herr der Ringe Format auch etwas kürzer hätte gestalten können. Keine Angst, ich suche jetzt nicht Zwanghaft nach schlechten stellen im Film, aber wenn man schon versucht so viele Fehler wie möglich aus den alten Teilen auszubügeln, kann man in einem Film, der ja eh schon Überlänge hat, auch noch mal die fünf bis zehn Minuten investieren um den einen oder anderen Vorgang darzustellen. Ansonsten bietet der Film ein Effekt-Feuerwerk wie man es sich für ein Finale nur wünschen kann. Die letzten losen Enden werden zusammen geführt und einige Unklarheiten oder auch sicher geglaubten Tatsachen werden noch einmal bedient. So und nicht anders hat der Abschluss einer solchen Reihe auszusehen fulminant und episch!

Abschließend möchte ich eigentlich nur noch sagen, dass die Bücher mir schlussendlich wirklich Spaß gemacht haben und auch die Teile, durch die ich mich erst durch gequält habe, rückblickend hervorragend waren. Aber auch die Filme, die ja immerhin bei mir die Basis gebildet haben und mich überhaupt erst zum Potter-Fan haben werden lassen, sind nicht nur einen Blick Wert. Insgesamt 10 Jahre haben wir nun Daniel Radcliffe, Rupert Grint und natürlich Emma Watson beim groß werden beobachtet. Nicht nur die Schauspieler wurden im Laufe der Zeit erwachsener, nein auch die Filme wuchsen von Kinderfilmen zu wirklich düsteren Fantasy-Filmen heran; und nicht zuletzt sind auch wir alle mit gealtert, wenn ich daran zurück denke, dass ich mit 15 Jahren den ersten Harry Potter Film gesehen habe, werde ich auch leicht melancholisch. 😉 An alle die, die Harry Potter bisher als Kinderkacke abgetan haben, habe ich noch das hier übrig: Lest die Bücher, schaut die Filme und lasst euch eines besseren belehren. Ich für meinen Teil warte nun auf die komplette Blu-ray Box und bin mal gespannt was die Schauspieler, insbesondere natürlich Ms. Watson ( 😉 ) so in Zukunft treiben werden.

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