The Amazing Spider-Man 2

amazing2Aufgewachsen bin ich eigentlich mit New Spider-Man, dem Cartoon, der seiner Zeit auf K-RTL lief. Ja K-RTL. Das war das „Kinder“-Programm am Samstagmorgen auf RTL. Daher messe ich wohl auch immer wieder die Filme, seien es jetzt die der Maguire-Trilogie oder eben die Garfield-Reihe irgendwie an dieser Serie. Als Spider-Man The Animated Series, wie die Sendung im original hieß, 1994 ausgestrahlt wurde, war diese wirklich herausragend. Technisch spielten die Animationen ganz weit vorne mit. Es wurden für die New Yorker Szenen und Hintergründe echte Fotos der Stadt, sowie Landkarten an die Animationstudios nach Japan geschickt, um die Stadt so originalgetreu wie möglich ab zu bilden. Die für die Animation zuständigen Mitarbeiter wurden zudem angehalten Leben, in Form von Autos und Menschen in die Straßen der Stadt zu bringen, um so ein dichteres und realistischeres Bild von New York abzugeben. Ursprünglich war es sogar geplant, Spidey komplett in 3D durch die Gegend schwingen zu lassen, allerdings reichte hierfür das Budget nicht mehr aus. Abseits von der Technik wurde eine kontinuierliche Story erzählt, es gab stete Veränderungen im Leben von Peter Parker und seinen Gegenspielern und es herrschte, gerade für eine Zeichentrickserie eine gewisse Kontinuität. Auch bei vielen Hardcore-Fans hat die Serie ein Stein im Brett, da sie sich sehr nah an den Comics von Stan Lee orientierte.

Doch eigentlich soll es hier gar nicht um New Spider-Man sondern um The Amazing Spider-Man 2 gehen; der Zusatz Rise of Electro ist im Übrigen mal wieder für uns Deutsche hinzugefügt worden. Für Peter könnte es gerade eigentlich nicht besser laufen, er ist mit der bezaubernden Gwen Stacy (Emma Stone) zusammen, hat gerade seinen Abschluss in der Tasche, kann als freier Fotograf hin und wieder Bilder von der Spinne an den Daily Bugle verkaufen und als eben diese wird er vom Großteil der New Yorker-Bevölkerung geliebt. Aber da man damit keinen ganzen Film füllen kann, musste natürlich das ein oder andere passieren.

Der Film unterteilt sich selbst in vier parallel laufende Handlungsstränge. Zum einen hätten wir da die bereits erwähnte Love Story zwischen Peter und Gwen, die Suche nach Antworten um die verschollenen Marry und Richard Parker, Max Dillon (Jamie Foxx) alias Electro und seine Wandlung vom Nobody zum Superschurken, sowie Harry Osborne (Dane DeHaan) mit seiner Verwandlung von Peters bestem Freund zum Green Goblin. Dabei sind all diese Handlungsstränge unterschiedlich gewichtet und irgendwie miteinander verwoben. Das Hauptaugenmerk wird natürlich auf Electro gelegt.

Der von seinen Mitmenschen ständig übersehen und psychisch labile Max muss an seinem Geburtstag Überstunden schieben und erleidet dabei einen Unfall, bei dem er sich, oh Wunder, in Electro verwandelt. Dieser weiß erst noch gar nichts mit seinen neuen Fähigkeiten an zu fangen und gerät eher ungewollt in eine Situation mit hohem Katastrophenpotential. Erst im Laufe der Geschichte entwickelt er sich zu dem Monster, dass Spider-Man und der ganzen Welt zeigen will, wer er wirklich ist. Dabei bekommt Max auch Hilfe von Harry Osborne, der ihn wiederum aber auch nur als Mittel zum Zweck und seinen einfach gestrickten Charakter gekonnt ausnutzt.

Die Geschichte um Harry ist kurz erzählt, er war die letzten Jahre auf einem Internet und kommt zurück nach New York um die Firma Oscorp seines sterbenden Vaters zu erben. Dabei erfährt Harry auch noch von seiner unheilbaren Krankheit. Im Versuch ein Heilmittel zu finden, infiziert Harry sich selbst mit dem Spinnengift, welches seiner Zeit auch Peter in Spider-Man verwandelt hat, nur mit dem Unterschied, dass es Harry nicht ein Spider-Man 2 sondern den grünen Kobold verwandelt.
Gwen und Peter kämpfen nebenbei mit Ihrer On/Off-Beziehung. Die in erster Linie Peters versprechen an den verstorbenen George Stacy (Denis Leary), Gwen nicht in Gefahr zu bringen geschuldet ist. An jedem möglichen und unmöglichen Ort sieht Pete daher den Geist von Captain Stacy, der Peter letztendlich auch zu dem Entschluss bringt, dass es besser sei sich von Ihr zu trennen. Zu guter letzte wäre dann noch das Geheimnis um Peters verschollene Eltern, welches im Laufe des Films zu schrecken von Peter aufgelöst wird. Doch hier sollte man wahrscheinlich noch auf die Wendungen im dritten Teil warten, um ein vollständiges Bild zu erhalten.

Einzig und allein die rasche Abhandlung von Harrys Metamorphose ging mir im Film etwas zu schnell und hätte ruhig mehr Entwicklungszeit für sich selbst beanspruchen dürfen. Ansonsten hatte ich zu keinem Moment im Film das Gefühl, dass irgendwie etwas unter den Tisch fällt, wie es doch bei Spider-Man 3 von Sam Raimi war. Jamie Foxx konnte insbesondere vor seiner Verwandlung sein überragendes Talent unter Beweis stellen und Emma Stone spielt Gwen Stacy einfach wie schon im Film zuvor einfach wunderbar. Mit Dane DeHaan als Harry Osborne konnte ich mich hingegen nicht ganz so gut anfreunden, die Rolle war mit James Franco seiner Zeit wesentlich besser besetzt. Marc Webb und Andrew Garfield schaffen es dafür auch in diesem Film wieder wieder einen Peter Parker zu zeigen, der zum einen näher am Comic ist, den Zuschauer zum anderen aber auch zum mitfiebern und fühlen animiert.

Alles in allem ist The Amazing Spider-Man 2 ein wirklich guter Film, mit ner ordentlichen Portion Action, der heutzutage nötigen Menge an Romantik, viel Witz und einem festen Tritt in die Eier von der Abteilung Drama.

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